SZ Freitag  2016-08-Juli Marleen Hollenbach

                                                                                                                                 Die erste Ernte

 

                                              Eine Familie in Zockau kennt sich gut mit Getreide aus. Doch nun wächst etwas Neues auf ihren  Feldern.

 

Getreidehalme lieben den Sommer. Mehr als einen Meter hoch sind sie gewachsen. Immer der Sonne entgegen. Heike Löhnert nimmt einen Halm in die Hand, dreht ihn hin und her. „Der sieht gut aus“, sagt sie. Ihr Mann beugt sich zu ihr rüber. Auch er nickt zufrieden. Die beiden kennen sich mit Getreide aus, besitzen einen landwirtschaftlichen Betrieb in Zockau.  Doch die Pflanzen die hier wachsen, sind auch für die erfahrenen Landwirte Neuland. Erstmals haben sie den Champagnerroggen angebaut, neben an wächst Emmer und ein Feld weiter Dinkel. Das sind alles alte Getreidesorten. Ein Experiment für die Löhnerts  und ein Schritt in die Zukunft. Im September haben sie das Getreide gesät. Nun schauen sie stolz auf das Ergebnis. Das Frühjahr war nass. Beste Bedingungen. Doch dann kam der Hagel. Einige Halme sind abgeknickt. Das ist schade, aber noch keine Katastrophe. In wenigen Wochen können Löhnerts erstmals ernten. Und dann ihr Konzept weiter ausbauen. Schon im vergangenen August eröffneten sie ihren Hofladen neu. Seither bieten sie die alten Getreidesorten an – als Körner oder gemahlen. Warum? „Weil die alten Getreidesorten  aromatischer schmecken. Außerdem ist das Mehl besser verträglich“, sagt Heike Löhnert. Sie muss es wissen. Die 43-Jährige verträgt selbst keinen Weizen. Und sie weiß auch, wie schwierig es ist, an Alternativen zu kommen. Nudeln aus Dinkel zum Beispiel. Die bestellte sie früher im Internet oder fuhr dafür von Bioladen zu Bioladen. Wenn sie künftig etwas braucht, muss sie nur in ihren Hofladen gehen. Dort gibt es demnächst Körner und Mehl vom eigenen Getreide zu kaufen. Noch einmal schauen die Löhnerts über das Feld. Mehr als warten können sie nicht.

Ortswechsel: Den Hof der Familie Löhnert erreicht man durch ein grünes Tor. Die Scheune befindet sich rechts. Und dort, gut versteckt hinter einer Holztür, haben die Landwirte ihre neuste Errungenschaft aufgestellt. Eine Schälmaschine.  Die sieht aus wie zu Uhrgroßvaters Zeiten. Ist aber neu. Mehrere Tausend Euro hat das Gerät gekostet, das Löhnerts extra aus Österreich geholt haben. Und es wird dringend gebraucht. Zwar haben alte Getreidesorten viele Vorteile. Es gibt aber einen Haken: Die Körner können nicht ohne Weiteres gemahlen werden. Erst muss die Schale an. Matthias Löhnert übernimmt diese Aufgabe. Der Landwirt wirft das Ungetüm an. Es rattert. Löhnert hebt den Eimer mit den Dinkelkörnern hoch. Dann klettert er auf eine kleine Leiter und leert den Eimer über einen Trichter aus. Die Körner verschwinden im inneren der Maschine. Der Dinkel steckt nun zwischen einer Walze und einen Sieb. Das Korn wird rausgedrückt. Zurück bleibt die Spelze, ein Blatt, das das Korn umgeben hat und bei der weiteren Verarbeitung stören würde. Die Spelzen werden abgesaugt. Sie verschwinden in einer Tüte. Doch damit ist noch nicht Schluss. Der Dinkel fällt auf ein weiteres Sieb. Die Körner hüpfen darauf herum , gerade so, als führten sie ein Tänzchen auf. Dabei fallen die fertigen in eine Schüssel. Körner, die nicht richtig geschält sind, landen in einen Eimer. Den kann Löhnert dann wieder in den Trichter schütten. So lange, bis das letzte Korn geschält ist. Anstrengend ist die Arbeit nicht. Aber sie geht auf die Ohren. Ein Kopfhörer liegt deshalb auf einen Regal. „Damit kann man Radio hören“, sagt Matthias Löhnert. Nach der Ernte wird er noch viele  Stunden an der Maschine verbringen. Bis zu einer Tonne schafft das Gerät an einem Tag. Wie oft es in der Woche gebraucht wird, wissen die Löhnerts noch nicht. „Das wird sich zeigen “, sagt der Landwirt nur. Er klopft gegen den Trichter, damit die Körner besser durchrutschen, stellt an der Seite die Geschwindigkeit ein, damit nicht zu viele Kötner au einmal im auf der Walze landen. Heike Löhnert hat derweil den Hofladen aufgesucht. Kühl ist es in der Halle. „Wirklich angenehm. Aber im Winter ist es sehr kalt“, sagt sie. Gemüse von Bauern aus der Region liegt hier in den Regalen, genauso wie Brot vom Bäcker nebenan. Doch dafür hat Heike Löhnert jetzt keinen Blick übrig. Zielsicher steuert sie in eine Ecke des Raumes an, bleibt stehen. „Hier ist Platz für unseren eigenen Produkte“, sagt sie stolz. An dieser Stelle sollen einmal Körner und Mehl aus eigener Ernte präsentiert werden. Matthias Löhnert ist immer noch mit der Maschine in der Scheune beschäftigt. Zwar arbeitet das Gerät für ihn, doch weggehen kann er trotzdem nicht. Schon allein, weil immer nachgeschüttet werden muss. Löhnert ist Profi. Der gelernte Landwirt hat den Hof von seinem Vater übernommen. Fast zehn Jahre ist das her. Bereut hat er es nicht. Nun hat auch sein Sohn eine Lehre in diesem Bereich begonnen. Die Tradition wird fortgesetzt. Noch einmal drückt Löhnert den einen Knopf. Diesmal den roten. Damit schaltet er das Gerät aus. Für heute ist Ruhe in der Scheune.

 

    

  Gut für die Gesundheit und die Region

  • Es ist belegt, das alte Getreidesorten viel gesünder und bekömmlicher ist, als die alten modernen Hochleistungszüchtigungen. Das sagen zumindest die Experten vom Biosphärenreservat  Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Sie haben Laboruntersuchungen in Auftrag gegeben.
  • Der Proteingehalt ist höher und der Gehalt an essenziellen Aminosäuren, ebenso der Ballaststoffanteil. Das ist das Ergebnis der Laboruntersuchungen. Das Mehl aus den alten Getreidesorten ist damit viel besser verträglich und so auch für Menschen, die Weiten nicht vertragen und für Diabetiker geeignet.
  • Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die alten Getreidesorten nahezu Bioqualität haben, weil die Landwirte auf Dünger und Pflanzenschutzmittel fast oder ganz verzichten können.
  • Das geht, weil die alten Sorten viel robuster und anspruchsloser sind als die Neuzüchtigungen. Das alte Getreide wurzelt mehr in die Tiefe, kann so auch mal eine längere Trockenheit überstehen.
  • Immer mehr Bauern im Landkreis setzen auf das alte Getreide. So bauen beispielsweise sechs Landwirtschaftsbetriebe im Heideland die alten Sorten an.  

 

   Quelle: Biosphärenreservat

      

 

 


 

  

         Quelle: MEDIENKONTOR/ www.dresdenliving.com

                 

                    

 Manufaktur-Kaffee jetzt auch im Hofladen Zockau Sortimentserweiterung nach den ersten 100 Tagen seit der Neueröffnung.

Man gehört in Zockau schon fast zum alten Eisen, schließlich wird die Landwirtschaft der Familie Löhnert mittlerweile schon in der siebten Generation betrieben. Aber manches ist dennoch neu. So wie der Hofladen, den es von 2000 bis 2005 schon mal gab und der jetzt zum zweiten Mal sein 100-tägiges Jubiläum feiert.

Beim ersten Anlauf verkaufte man noch eigenes Gemüse, stellte aus wirtschaftlichen Gründen diese Produktionslinie aber ein. „Allerdings habe ich das über den Laden befindliche Schild ‚Hofladen‘ nicht abgemacht“, sagte Heike Löhnert, dennIrgendwie hing ich sehr an dem Geschäft.“ Als Allergikerin mit einer immensen Lebensmittelunverträglichkeit war FrauLöhnert immer unterwegs von Geschäft zu Geschäft, um in Bio-Läden und anderswo die für sie verträgliche Nahrung zufinden und einzukaufen. „Nach zehn Jahren, und immer mehr Anfragen früherer Kunden, sagte ich zu meinem Mann, dass wie nochmals probieren sollten. Und er willigte ein!“ „Meine Frau hat sich immer seht über das sinnlose Rumgefahre geärgert, so dass die Entscheidung für mich nicht Allzu schwierig war“, verrät Matthias Löhnert. So wurde der Hofladen unter dem Aspekt, gut und gesunde Lebensmittel an Den Mann zu bringen, vor rund 100 Tagen neueröffnet. Zum Einen gibt es jetzt Gemüse vom Bauern aus der Umgebung, Brot von der Kubschützer Bäckerei Richter und zum anderen Aber auch das selbst angebaute Getreide – vor allem Emmer, Dinkel und Champagnerroggen. „Diese mahlen wir für unsere Kunden in den von ihnen gewünschten Mengen frisch in Unserem Hofladen.“ Auch frisch gequetschter Hafer kann bei Uns erworben werden,“  Nach 100 Tagen Ausprobierzeit war für mich klar, dass wir Auch Kaffee anbieten sollten. Aber unsere Kunden sagten uns Immer, dass sie nur ihre eigene Sorte trinken würden. So fasste Ich den Entschluss, zumindest für uns nach einer geeigneten Marke zu suchen“, so Heike Löhnert weiter. Im Laden von Stefan Richter sahen sie Kaffee Von KAFFANERO in der Auslage Und nahmen eine Packung mit nach Hause, testeten und Befanden ihn für gut. In der darauffolgenden Woche fuhren Löhnerts direkt in die Rösterei nach Dresden und deckten sich, nach einem ausgiebigen Rundgang, mit einem Grundsortiment ein. Dieses wurde im Laden eingebaut und zeigte schnell Wirkung.“Bereits am nächsten Tag kam einer unserer Kunden,  der bisher immer auf seine Sorte bestand, in den Laden und sagte, toll, jetzt gibt es bei euch sogar unser Kaffee‘. Da war  klar, dass wir mit der Aufnahme von KAFFANERO in unser Sortiment alles richtig gemacht haben“, lässt Heike Löhnert mit einen Augenzwinkern wissen. „Es war schon eigenartig, dass Frau Löhnert einen Tag nach dem Einkauf bei uns anrief und Kaffee bestellte, weil schon alles verkauft war“, sagt KAFFANERO-Geschäftsführer Jens Kinzer. Aber, so durften wir ein weiteres großes Paket voller Kaffee auf die Reise in die Oberlausitz schicken. Bei der Nachfrage freuen wir uns auf eine dauerhafte Zusammenarbeit.“

Gemeinde-Nachrichten 25. Jahrgang 07/2015

 Im Gespräch mit Frank Mrosack

 

   

 

  Der Hofladen in Zockau wird wieder eröffnet

 
 

 

 
  Liebe Frau Löhnert,
  vor fast genau 10 Jahren haben Sie ihren Hofladen geschlossen. Was hat sie dazu bewogen, ihn jetzt wieder eröffnen zu wollen?
 
Auslöser für den Gedanken an die Wiedereröffnung des Hofladens waren eigene Probleme, die sich hinsichtlich der Unverträglichkeit vieler Lebensmittel bei mir einstellten.Ich musste meine Ernährungsgewohnheiten komplett umstellen und habe dabei festgestellt, wie schwierig es ist, die entsprechenden Lebensmittel zu bekommen.Oft muss man dafür mehrere Verkaufsstellen aufsuchen.Die Arbeit im Hofladen hat mir immer gefallen, besonders der Umgang mit den Kunden. Ein schönes Gefühl ist es heute noch, von alten Kunden angesprochen zu werden,  weil sie meinen Hofladen vermissen.
 
  Welche Produkte werden sie anbieten?
 
Saisonales Obst und Gemüse, Brot und Brötchen von der Bäckerei Stefan Richter aus Kubschütz,ein umfangreiches Nudelsortiment der  Familienfirma Berres,Fruchtaufstriche, Honig, Sirups, Eier, Tee, Kokosprodukte, Gewürze, Naturprodukte für Kinder,und vieles mehr. Besonders freue ich mich, das wir jetzt im Besitz einer Getreidemühle sind und immer frisch gemahlene Mehle und frisch  gequetschte Haferflocken anbieten werden. Ich selbst verwende am liebsten Emmer-und Dinkelmehl.
   
  Was ist Emmer?
 
  Emmer ist ein würziges Urgetreide mit viel Mineralstoffen, auf das auch Allergiker zurückgreifen können.Es eignet sich vorzüglich für Backwaren.
 
  Sie bauen selbst kein Obst und Gemüse mehr an. Wer wird sie in diesen Bereich mit saisonalen Produkten beliefern?
 
  Der Gemüseanbaubetrieb Domanja aus Wittichenau, weil die Qualität seiner Produkte meinen Vorstellungen vom Anbau entspricht.
 
  Ganz stolz erzählen Sie von ihrem Brot und Brötchen, die Bäckermeister Stefan Richter aus Kubschütz für ihren Hofladen backen wird.
 ​ Wie kam es zu diesem Kontakt gerade mit dieser Bäckerei?
 
 Ich habe nach einer kleinen Bäckerei gesucht, die noch ursprünglich backt und daran interessiert ist, alte Getreidesorten zu verwenden.Den Kontakt herzustellen, war ganz einfach. Ein Anruf genügte und Bäckermeister Stefan Richter zeigte sofort Interesse. Er probierte ein Emmer/Dinkelbrot; es gelang gleich beim ersten Mal und ich kann ihnen versichern, es ist lecker.
 
  Ist es für Sie möglich, spezielle Kundenwünsche zu berücksichtigen, z.B. für Menschen mit Unverträglichkeiten?
 
Verschiedene Produkte sind schon vorhanden, z.B. ein großes Angebot an weizenfreien Produkten. Ich möchte gern im Gespräch mit den Kunden herausfinden, welcher Bedarf an speziellen Produkten besteht, und werde versuchen, diese ins Sortiment aufzunehmen.
 
  Sie haben auch Kinderprodukte, wie ich sehen kann, mit sehr ansprechender Verpackung was zeichnet diese Produkte aus?
 
Diese Kinderprodukte sind für viele Allergiker geeignet, einfach mit guten Inhaltstoffen. Diese​ Lebensmittel werden in Familienunternehmen hergestellt, denen die Qualität der Produkte wichtig ist.
 
  Jetzt habe ich schon eine ganze Menge über ihren Hofladen erfahren. Aber das wichtigste fehlt noch. Wann ist Eröffnungstermin und
  welche Öffnungszeiten wird ihr Hofladen haben?
 
  Am Mittwoch dem 12 August werden wir das erste mal öffnen. Es werden viele Lebensmittel zum Verkosten angeboten. Der Hofladen ist dann immer wie folgt geöffnet:
 
  Mittwoch     12.00 Uhr bis 18.00 Uhr
  Donnerstag 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr
  Freitag       12.00 Uhr bis 18.00 Uhr
 
  Bedanken möchte ich mich bei meiner Familie, die mich in meinen Hofladen unterstützen wird.
 
  Ich danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen mit Ihrem Hofladen viel Erfolg, und immer zufriedene Kunden.
 
 
  Frank Mrosack 
 
 
 
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  Wochenkurier Bautzen
  Woche 40 Mittwoch, 30. September 2015
 
 
 
 
 
Im August 2015 haben wir einen eigenen Hofladen eröffnet. Unser Hauptanliegen ist es gute Lebensmittel, saisonales Obst und Gemüse, Handwerksbrote und Brötchen aus Emmer, Dinkel, Roggen und Hafer - gebacken von der Bäckerei Richter aus Kubschütz - anzubieten. Desweiteren gibt es eine große Auswahl an Dinkelprodukten und gesunde Lebensmittel für Kinder, frisch gemahlene Mehle und vor Ort gequetschte Haferflocken, Kokos - und Bioprodukte und vieles mehr.
 
  Besuchen Sie uns und lassen Sie sich überraschen.
 
 

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